
Ich verwende gerne den Begriff „Schreibdämon“.
Warum?
Weil ich mich manchmal wie gejagt fühle.
Ich an meinem Schreibtisch… seit einer Woche das erste Mal.
Es ist eine spannende Phase in meinem Leben. Ich habe am 01.02 einen neuen Job angetreten. Staubtrocken, im Büro als Spezialist für Zoll, Steuern und Außenhandel. Komplett anderes Arbeitsumfeld als zuvor, raus aus einem Handelsunternehmen rein in die Industrie.
Vor einer Woche habe ich mein überarbeitetes Skript in die zweite Runde des Lektorates abgegeben.
Eine Woche lang nichts geschrieben. Keine Shortstory. Keine Zeile für Band II, III oder IV. Nichts. Kein Wort. Keinen Satz.
Darum jagen sie mich, meine Schreibdämonen.
Dafür liebe ich diese Monster. Die starken Gefühle, die manchmal in mir umgehen…Wut, Trauer, Freude, Angst, all das Chaos, welches uns Menschen jeden Tag begleitet.
Sie sind für uns Schreiberlinge Nahrung und das Feuer unter dem Kessel der Kreativität.
Nutzt dieses Feuer! Schreibt euch die Seele aus dem Leib, lasst euch von euren Dämonen treiben. Für mich gibt es nichts schöneres als den süßen Schmerz, die Tasten zum Klingen zu bringen und zu sehen, wie sich die Buchstaben aneinander reihen. Es ist eine der größten Freuden in meinem Leben. Auch wenn mein Hauptaugenmerk auf den Büchern um Jason liegt, juckt es mich, mal wieder einen Ausflug in andere Welten zu machen. Aber meine Dämonen…sie lassen mich nicht.
Aktuell rechne ich realistisch damit, dass Jason und all die Anderen aus seiner Welt mich noch vier Jahre begleiten werden. Jeden Tag. Mit jeder kreativen Idee wird es um ihn und seine Abenteuer gehen…bis ich alles erzählt habe.
Bis Jason Frieden finden darf… so … oder … so.
Was für eine Reise. Immer wieder drängen die Figuren sich abwechselnd in den Vordergrund. Sie wollen, dass ihr Part erzählt wird. Ich höre mir an, was sie zu sagen haben, diskutiere mit ihnen und fühle mich in manche Fällen wie ein Psychiater. Versuche zu verstehen, was insbesondere meine Antagonisten antreibt.
Ich lauere auf mein Manuskript und freue mich darauf, daran weiter arbeiten zu können. Aber ich habe ja noch Band II, an dem ich bis dahin werkeln kann.
Frohes Schreiben, Euch allen.
Schreibt! Macht Musik! Gedichte! Dreht Filme! Macht Podcasts!
Aber: Tut es!
Gebt euren Dämonen nach und feiert die Kreativität!
Fazit des Tages: Jedes Gefühl ist eine Quelle für Ideen. Gebt euren Gefühlen Raum, nutzt ein Notizbuch, Pad, Diktiergerät…was auch immer. Nehmt sie mit, euren Ideen. Lasst sie nicht irgendwo zurück.
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