Der Schrecken eines Wortes

Oh, ihr kleinen Monster!
Manchmal reichen einige Wörter, um aus einem Satz einen Alptraum zu machen.

Nur eine kleine Änderung vermag ganz neues Entsetzen zu beschwören.

Das Spiel mit der Formulierung … es ist immer wieder faszinierend, wie kleine Änderungen in einem Satz oder Absatz eine ganz andere Wirkung erzeugen können.
Ein Wort mehr und schon wird der Schrecken tiefer und greifbarer. Ändert man die Reihenfolge der Sätze, wird diese Wirkung noch vertieft. Das ist es, was mich immer wieder begeistert.

Die Überarbeitung von „Am Anfang allein“ und die Arbeit mit meiner Lektorin befeuert meine Freude am Wort immer wieder aufs Neue. Im Fieberwahn des Schreibens verbreche ich manchmal recht skurrile Sätze. Darum halte ich folgendes für wichtig:
1. Zeit zu nehmen, selbst nochmal in aller Ruhe drüber zu lesen.
2. Gute Testleser, die offen und ehrlich sind.
3. Ein Lektorat.
4. Ein Korrektorat.

Letzteres ist vor allem für mich wichtig. Diktate waren für mich schon in der Schule ein Graus.
Ich habe oft einen Film in meinem Kopf, während ich schreibe. Leider sind meine Finger nicht so schnell, wie die Bilder ablaufen. Daher verzettle ich mich gerne in merkwürdigen Formulierungen. Hier muss ich noch lernen, danach die Szene in Ruhe quer zu lesen und zu korrigieren.

Mein Fazit an diesem Vormittag:
Ergib dich dem Schreibwahn, lass es fließen, foltere die Tasten, bis sie glühen. Genieße diesen Wahnsinn, bis du erschöpft bist und die Szene auf dem Papier ist.

Aufstehen, Fenster auf, rumlaufen, was trinken. Durchatmen …

Wieder an den Rechner und mit klarem Blick die Szene durchlesen. Ist jeder Satz an seinem Platz oder bietet sich eine andere Reihenfolge an? Welche Wörter sind überflüssig? Und an welcher Stelle könnte eine andere Formulierung die Wirkung der Szene verstärken?

Ich speichere immer mehrere Versionen ab. Vor und nach der Änderung. Danach halte ich sie nebeneinander, um zu prüfen, ob es funktioniert.
Fragestellung hierbei: Ich versteh es, denn ich weiß ja was ich sagen will. Aber wird sich die Wirkung beim Leser entfalten? Wird er erfassen, worum es hier geht?
Das ist das Ziel. Den Leser begeistern, entsetzen, mitreißen.

Darum arbeite ich auch an einem sonnigen Samstag an „Am Anfang allein“. Der Leser soll Spaß an Jasons Reise haben, sich gruseln und mit den Figuren mit fiebern.

Auf geht´s! Träume erfüllen sich nicht von allein!

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