
Es ist wieder da. Das Manuskript ist zurück aus dem Korrektorat. Version 5 ging und soeben habe ich Version 6 abgespeichert. Die nächste Zeit wird einer weiteren Überarbeitung von „Am Anfang allein“ gewidmet sein. Nebenbei geht es in meinem Leben hoch her. Im Unternehmen steht der Jahresabschluss an und eine neue Tätowierung kommt auch noch dazu.
Somit ruht das Skript zu Band II erstmal wieder und Jasons Abenteuer in der Sperrzone von Tschernobyl wird ein anderes Mal weiter erzählt. Und das, wo ich gerade ein paar so schöne Todesszenen geschrieben habe …
Warum Horror? Warum Grusel? Wie findet man sein Genre, in dem man schreiben will? Oder findet das Genre seinen Autor? Manchmal bin ich mir da nicht so sicher.
Namenhafte Horrorautoren, die einige echte Klassiker der modernen Literatur in diesem Bereich geschrieben haben, gaben offen zu, in ihren Büchern ihre Ängste verarbeitet zu haben. Habe ich Angst vor Geistern? Glaube ich überhaupt daran? An das Übernatürliche? Ja und Nein. Auf jeden Fall habe ich eine Sache getan: Mich damit beschäftigt. Wie funktioniert Angst? Warum hören wir Stimmen oder fühlen uns verfolgt? Warum hoffen wir auf das rettende Tageslicht und meiden die Dunkelheit?
Wie also kam ich zum Horror, zum Grusel als Genre? Bereits die meisten meiner Kurzgeschichten spielten sich hier ab. Ich würde sagen, dieses Genre hat mich gefunden. Aber ebenso gerne schreibe ich in anderen Bereichen, wie der Fantasy oder Science Fiction.
Ich glaube, es ist ein Teil eigene Entscheidung und ein Teil … es ist einfach so. Das berühmte Bauchgefühl. Ich habe Spaß daran und fiebere mit meinen Figuren mit, wenn sie in Lebensgefahr schweben und gegen etwas antreten müssen, dass man nicht verstehen kann. Aber: auch wenn „Am Anfang allein“ im Kern eine Horrorgeschichte ist, deutet sich hier bereits an, dass alles noch viel schlimmer kommen wird. Nicht grundlos arbeite ich an Band II.
Wie also findet ein Schriftsteller sein Genre? Eigene Entscheidung, Freude an einem bestimmten Thema oder es kam einfach so über ihn oder sie. Insbesondere die Berufsschreiberlinge jedoch müssen manchmal in Bereichen schreiben, die ihnen vielleicht nicht wirklich liegen. Hier ist das Handwerk entscheidend: Beherrsche deine Werkzeuge. Das Wissen und die Erfahrung hilft, auch über unliebsame Themen zu schreiben.
In meinem Fall sind das die (ich gebe es ungern zu, aber ja, es gibt sie) romantischen Passagen. Die sind mir wirklich schwer gefallen. Doch mit dem Wissen um Plot-Gestaltung, Motivation der Figuren und so weiter habe ich auch diese Teile der Geschichte erfolgreich gemeistert.
Jedem, der aus Freude schreibt, bleibt die freie Wahl, worüber er schreibt. Wer das Schreiben zum Beruf machen will, muss Profi genug sein, auch Arbeiten anzunehmen, die ihm vielleicht nicht so liegen. Für alle gilt:
Beschäftige dich mit dem Schreiben an sich, lerne dein Handwerk, übe dich darin. Umso leichter wird es dir fallen, deinem Traum vom eigenen Buch zu folgen.
In diesem Sinne arbeite ich jetzt erstmal fleißig an Version 6.
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