Was habe ich getan?!?

Adventszeit … Weihnachten naht. Eigentlich eine gute Zeit, eine beschauliche Geschichte zu schreiben.
Und ich … mache genau das Gegenteil.

Wer hat wen ermordet? Noch mehr Tote?
Was passiert in der Sperrzone von Tschernobyl?

Vielleicht kennen die Schreiberlinge unter euch folgendes:
Ihr habt euren Plot. Ihr habt eure Twists. Alles steht. Und dann schreibt ihr einen Satz oder einen Teil einer Szene. Eure Finger rasen über die Tasten und es fühlt sich so verdammt richtig an, es genau so zu schreiben.
Und euch wird klar: Es muss genauso sein. So und nicht anders.

Und das, obwohl es nicht geplant war. Weil eine Figur sich genauso verhalten hat, wie sie sollte. Weil dieser eine Satz alles in die absolut richtige Richtung drängt, besser als ihr es geplant habt.
Kennt ihr das? Genau das ist mir gerade passiert.

„… hatte einen Menschen ermordet.“
Wer hier wen warum umgebracht hat, wird natürlich nicht verraten. Ich spoiler nicht. Nie. Wer mich kennt, weiß das. Aber hier ist gerade die Magie des Geschichtenerzählens am Werk gewesen. Frei und ungezwungen hat eine meiner Figuren getan, was ich mich bewusst nicht getraut habe zu erzählen. Es passierte genau das, was die Story voran bringt.
Aber es tut weh. Wer sich jetzt fragt, was genau daran weh tut …

Es sind meine Figuren. Meine Geschöpfe. Meine Erfindungen. Und sie laufen so selbstständig, dass ich nicht mehr darüber nachdenken muss. Sie tun genau das, was in ihrer Natur liegt. Ob ich es will oder nicht.
Und so wurde gerade ein weitere (fiktiver) Mensche geopfert, um die Geschichte voran zu treiben.
Der Tod eines Menschen wird heute in vielen Büchern und noch mehr in Filmen als Mittel genutzt, die Helden cool darzustellen. Doch der Tod eines Menschen berrührt zum Glück immer noch etwas in uns. Ein Mord ist falsch. Der Tod ist immer noch schockierend (oder sollte es sein), wenn jemand vor seiner Zeit aus dem Leben gerissen wird.

Ich muss gestehen: Ich habe die Sperrzone von Tschernobyl in ein Schlachthaus verwandelt.
Ich bin damit beileibe nicht der erste. Diverse Horro – und Actionfilme, Videospiele und auch Bücher haben diesen Schauplatz für sich gewählt. Aber ich war dort und habe den seltsamen Frieden und die Ruhe dort erlebt. Und daher frage ich mich, was ich hier gerade mache. Ich glaube, nur wer dort war, kann verstehen, was ich damit meine. Warum es mich aufwühlt, dort Lärm und Tod hinzubringen. Eine meiner Figuren hat dort einen Mord begangen. Kein Monster, das Jason jagt, ist Schuld daran.
Was passiert in Tschernobyl? Was für einen Geist jagt Jason dort? Und wer jagt ihn?

Ich bin sehr froh, den Plot für Band II „Zone der Entfremdung“ neu gefasst zu haben. Die Story wird dem Titel nun gerechter, noch spannender und dramatischer. Und das dank Figuren, die genau das tun, was sie sollen:
Sich so verhalten, als wenn sie echt wären.

Ihr möchtet mir eure Meinung mitteilen? Ihr seid herzlich dazu eingeladen: jcsmith.author@gmail.com

Ihr habt Band I „Am Anfang allein“ noch nicht gelesen? Holt das gleich nach. Als Taschenbuch oder E-Book: „Am Anfang allein“
Begleitet Jason Harper auf seiner Reise und lernt Charlie, Daria, Bohdan und Julie kennen.

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